Schindlers Liste
„Schindlers Liste“ gehört zu jenen Filmen, die sich nicht ins Archiv legen lassen. Auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung bleibt er ein fester Bezugspunkt, wenn es um die Darstellung des Holocaust im Kino geht. Dabei setzt er nicht auf abstrakte Darstellung, sondern folgt konkreten Figuren in klaren Situationen. Das macht ihn nicht nur filmisch relevant, sondern auch gesellschaftlich bedeutend.
- Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
- Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes (Schauspieler)
- Steven Spielberg(Regisseur) - Steven Zaillian(Autor) - Steven Spielberg(Produzent)
- Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren
Im Zentrum steht ein Mann, der zuerst vom Krieg profitiert, dann seine Haltung verändert. Zwischen Korruption, Brutalität und Kontrolle formt sich eine Dynamik, in der Handeln plötzlich über Leben entscheidet. Während Amon Göth das Lager mit Gewalt regiert, organisiert Schindler Listen – und rettet Menschen vor dem sicheren Tod. Wann wird Mitläufertum zum Widerstand?
Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte
Der Film „Schindlers Liste“ erschien 1993 unter der Regie von Steven Spielberg. Das Drehbuch verfasste Steven Zaillian auf Basis des Romans von Thomas Keneally. Spielberg produzierte den Film gemeinsam mit Branko Lustig und Gerald R. Molen. Die Kamera übernahm Janusz Kamiński, den Schnitt Michael Kahn. John Williams komponierte die Filmmusik. Liam Neeson spielte Oskar Schindler, Ben Kingsley verkörperte Itzhak Stern, Ralph Fiennes übernahm die Rolle von Amon Göth. Caroline Goodall stellte Emilie Schindler dar, Embeth Davidtz war als Helene Hirsch zu sehen. Weitere Rollen übernahmen Jonathan Sagall als Poldek Pfefferberg und Geno Lechner als Ruth Irene Kalder. Der Film erhielt die Altersfreigabe FSK 12 und dauert 195 Minuten.
Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Krakau, Polen, sowie in Nachbauten nahe Auschwitz. Das Budget lag bei 22 Millionen US-Dollar, das weltweite Einspielergebnis erreichte über 320 Millionen. „Schindlers Liste“ gewann sieben Oscars, darunter Bester Film, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch. Zusätzlich erhielt der Film mehrere BAFTA-, Golden-Globe– und Kritikerpreise. Die Inszenierung wurde international gewürdigt und zählt laut American Film Institute zu den bedeutendsten Werken der US-Filmgeschichte.
Handlung und Story vom Film „Schindlers Liste“
Oskar Schindler reist während des Zweiten Weltkriegs nach Krakau, um als Unternehmer vom Krieg zu profitieren. Er nutzt seine Verbindungen zur Wehrmacht und zur SS, um eine Emaillefabrik zu übernehmen. Dort beschäftigt er bevorzugt jüdische Arbeiter, die sein Verwalter Itzhak Stern auswählt. Stern sorgt gezielt dafür, dass die Beschäftigten als kriegswichtig gelten. Auf diese Weise verhindert er, dass sie in Konzentrationslager verschleppt werden. Während Schindler anfangs nur auf Gewinn aus ist, sichert er durch seine geschickte Haltung den Fortbestand seiner Firma und seiner Belegschaft.
Mit der Ankunft von Amon Göth beginnt der Bau des Lagers Płaszów. Nach dessen Fertigstellung lässt Göth das Krakauer Ghetto auflösen. Tausende werden ermordet, viele andere verschleppt. Schindler beobachtet das Massaker und erkennt das Ausmaß der Gewalt. Besonders der Anblick eines toten Mädchens in rotem Mantel prägt ihn. Während Göth brutal gegen die Gefangenen vorgeht, darunter auch seine eigene Haushälterin Helene Hirsch, versucht Schindler durch Bestechung, seine Arbeiter zu schützen. Er richtet ein Nebenlager bei seiner Fabrik ein, um sie dem direkten Zugriff der SS zu entziehen.
Schindlers Vermächtnis und das Ende des Krieges
Als die Front vorrückt, sollen alle verbliebenen Häftlinge nach Auschwitz verlegt werden. Schindler handelt mit Göth eine Verlegung seiner Arbeiter in ein neues Werk bei Brünnlitz aus. Mit Stern erstellt er eine Liste, auf der 1.100 Namen stehen. Diese Menschen sollen nicht deportiert, sondern in die neue Fabrik überstellt werden. Während des Transports geraten die Frauen versehentlich nach Auschwitz. Schindler zahlt erneut Bestechungsgeld, damit sie freikommen. Im neuen Werk sabotieren die Arbeiter unbemerkt die Waffenproduktion, während Schindler seine letzten Mittel einsetzt, um sie durchzubringen.
Nach Kriegsende muss Schindler vor der Roten Armee fliehen. Er bittet die SS-Wachposten, seine Arbeiter zu verschonen – mit Erfolg. Die jüdischen Beschäftigten übergeben ihm ein Dankesschreiben und einen Ring mit einer Inschrift. Schindler zeigt Reue und verlässt das Werk. Am nächsten Morgen erfahren die verbliebenen Juden von der sowjetischen Befreiung. Im Epilog wird deutlich, dass Schindler später scheiterte, doch sein Handeln überdauerte. Überlebende besuchen sein Grab und legen gemeinsam mit den Schauspielern Steine zum Gedenken ab.
Fazit und Kritiken zum Film „Schindlers Liste“
„Schindlers Liste“ strukturiert seinen historischen Stoff konsequent über die Entwicklung seiner Hauptfigur. Der Film zeigt, wie Opportunismus und Menschlichkeit in einer einzigen Figur kollidieren. Besonders auffällig ist die Entscheidung, zentrale Grausamkeiten nicht zu überhöhen, sondern nüchtern zu zeigen. Das verleiht vielen Szenen eine unangenehme Direktheit, die nicht auf Schock, sondern auf Klarheit setzt. Eine der eindrücklichsten Momente bleibt die Szene mit dem Kind im roten Mantel – nicht wegen Effekthascherei, sondern wegen der Zielgenauigkeit ihrer Funktion im Film. Sie markiert einen inneren Bruch, den man nicht übersehen kann. Dennoch verliert der Film stellenweise an Schärfe, wenn er Schindlers Wandel zu glatt erzählt.
Problematisch wirkt auch, wie der Film bestimmte Nebenfiguren nur als Symbol verwendet. Ihre persönliche Perspektive bleibt oft unterentwickelt. Das betrifft besonders Helen Hirsch, deren Situation intensiv gezeigt, aber kaum vertieft wird. Der Film konzentriert sich fast vollständig auf Schindler – das verengt den Blick auf ein komplexes System menschlicher Verantwortung. Trotzdem gelingt es, zentrale Fragen über Mitläufertum und Gewissen erfahrbar zu machen. „Schindlers Liste“ überzeugt durch klare Entscheidungen, ohne sich in moralischer Eindeutigkeit zu verlieren. Genau darin liegt seine Stärke – und seine Schwierigkeit.