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Zug entgleist Herzberg: Strecke wieder freigegeben

Zug entgleist Herzberg: Strecke wieder freigegeben

Am Abend des 2. Dezember 2024 herrscht im Bahnhof Herzberg am Harz zunächst Routine, bis eine Rangierfahrt eines Güterzuges aus dem Takt gerät. Ein Drehgestell springt aus dem Gleis, der Zug entgleist teilweise, und innerhalb weniger Minuten steht der Betrieb im Umfeld des Bahnhofs still. Obwohl sich der Vorfall spektakulär anhört, bleibt es bei Sachschaden, denn im Zug sitzen keine Fahrgäste. Der Lokführer kommt ebenfalls ohne Verletzungen davon, was die Lage vor Ort zumindest etwas entschärft.

Dennoch reagieren Bahn und Einsatzkräfte sofort, sperren Gleise und sichern die Umgebung. Dadurch setzt sich eine Kette in Gang, die den Zugverkehr im gesamten Harzraum für Stunden durcheinanderwirbelt. Kurz darauf zeigen sich die Auswirkungen auch über Herzberg hinaus, weil dort mehrere Linien zusammenlaufen. Regionalzüge müssen an vorherigen Bahnhöfen wenden oder fallen komplett aus, Ersatzbusse stehen zunächst nur begrenzt bereit. Während viele Reisende die Ursache gar nicht genau kennen, spüren sie die Folgen deutlich an vollen Bussen und verpassten Anschlüssen.

Der Unfallabend: Entgleisung in Herzberg und Gittelde

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Rangierfahrt eines Güterzuges im Bahnhof Herzberg. Bei dieser Bewegung verlässt ein Drehgestell das Gleis, sodass der Waggon schräg steht und nicht mehr aus eigener Kraft bewegt werden kann. Da kein Personenverkehr beteiligt ist, bleibt der unmittelbare Sicherheitsdruck zunächst begrenzt. Trotzdem sperrt die Bahn aus Vorsicht angrenzende Gleise, weil niemand riskieren will, dass weitere Fahrzeuge in den Gefahrenbereich geraten. Die Feuerwehr und die Notfalltechnik der Bahn rücken an, um die Situation zu begutachten und weitere Maßnahmen einzuleiten. Bald ist klar, dass der Vorfall länger nachwirken wird als eine simple Betriebsstörung.

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Fast zeitgleich ereignet sich ein zweites Problem im nahen Gittelde. Dort entgleist am selben Abend ein Rangierzug gegen 21.30 Uhr, was die Zufahrt in Richtung Herzberg zusätzlich beeinträchtigt. Auch hier bleibt es bei Sachschaden, doch die Streckenführung im Harz ist begrenzt, weshalb sich beide Ereignisse gegenseitig verstärken. Züge, die aus Richtung Göttingen oder Bodenfelde kommen, können Herzberg zeitweise nicht erreichen. So entsteht eine Art doppelter Knoten, der sowohl den Bahnhof Herzberg selbst als auch die Zuleitungen blockiert. Aus zwei technischen Vorfällen werden dadurch spürbare Einschränkungen für eine ganze Region.

Betroffene Strecken und Linien rund um Herzberg

Besonders betroffen ist die Linie RB 46, die normalerweise Braunschweig mit Herzberg verbindet. Sie verkehrt als wichtiger Regionalzug für Pendler und Reisende, die von der Löwenstadt in den Harz fahren. Durch die Entgleisung in Herzberg muss der Betrieb zeitweise unterbrochen oder stark eingeschränkt werden. Züge enden vorzeitig, Fahrgäste müssen auf andere Verbindungen oder Busse ausweichen. Gleichzeitig kämpft der Dispositionsdienst damit, Fahrzeuge und Personal neu zu verteilen. Die gewohnte Taktung gerät spürbar ins Wanken.

Auch die Linien RB 80 und RB 81, die Göttingen beziehungsweise Bodenfelde mit Nordhausen verbinden, geraten in den Strudel der Störungen. Da Herzberg auf dieser Achse eine wichtige Zwischenstation bildet, wirkt sich die Sperrung der Gleise direkt auf den Fahrplan aus. Züge können bestimmte Abschnitte nicht befahren, wodurch sich Verspätungen und Ausfälle häufen. In der Praxis bedeutet das: Reisende müssen in Northeim, Walkenried oder anderen Bahnhöfen auf Ersatzbusse umsteigen. Die ohnehin nicht üppig ausgebaute Infrastruktur im Harz stößt an ihre Grenzen.

Sofortfolgen für Fahrgäste und Schülerverkehr

Am Dienstagmorgen nach dem Unfall zeigt sich das Ausmaß der Einschränkungen besonders deutlich. Zahlreiche Pendler erreichen ihre Arbeitsplätze verspätet, weil Züge ausfallen oder nur verkürzt fahren. Gerade der Schülerverkehr trifft die Lage hart, da viele Jugendliche auf die Bahn angewiesen sind, um die Schulen in Herzberg oder umliegenden Orten zu erreichen. Busse fangen zwar einen Teil des Verkehrs auf, doch sie stoßen schnell an Kapazitätsgrenzen. Lange Wartezeiten und überfüllte Fahrzeuge prägen das Bild an vielen Haltestellen.

Zugverspätung

Die Bahn richtet kurzfristig Schienenersatzverkehr ein, muss diesen jedoch laufend anpassen. Zwischen Walkenried, Northeim, Bodenfelde und Herzberg pendeln Busse, um die Lücke der RB 80 und RB 81 zu schließen. Gleichzeitig verweist man auf alternative Zugverbindungen, etwa den Metronom zwischen Göttingen und Northeim, um Reisenden zumindest Teile der Strecke zu erleichtern. Dennoch bleiben viele Wege umständlich und verlängern sich um eine halbe Stunde oder mehr. Wer mehrere Umstiege hat, spürt die Auswirkungen der Entgleisung noch deutlicher.

Ersatzlösungen, Planung und Testfahrten

Während Fahrgäste sich mit Ersatzlösungen arrangieren müssen, arbeitet die Notfalltechnik durch die Nacht. Spezialfahrzeuge und Einsatzteams sichern den entgleisten Waggon, heben ihn schrittweise wieder in das Gleis und prüfen gleichzeitig die Umgebung. Jede Bewegung benötigt genaue Abstimmung, damit keine weiteren Schäden entstehen. Daneben kontrollieren Fachkräfte Schienen, Schwellen und Weichen, um verborgene Defekte zu finden. Die Bahn betont, dass man mit hohem Tempo, aber vorsichtig arbeite, weil Sicherheit Vorrang habe.

Parallel dazu läuft in den Leitstellen die Planung der Wiederaufnahme des Betriebs. Disponenten entscheiden, welche Gleise zuerst nutzbar sein sollen und wie man eingleisige Abschnitte vorübergehend effizient nutzt. Sobald die ersten Teile des Gleisnetzes geprüft und repariert sind, beginnen Testfahrten. Diese dienen dazu, die Stabilität der Anlagen unter realen Bedingungen zu überprüfen. Erst wenn diese Tests zufriedenstellend verlaufen, gibt die Bahn schrittweise Abschnitte frei.

Zug entgleist Herzberg: Ist die Strecke wieder freigegeben?

Schon am späten Dienstagvormittag zeigt sich eine erste Entspannung. Die RB 46 zwischen Braunschweig und Herzberg nimmt ihren regulären Betrieb wieder auf, wenn auch mit leichten Nachwirkungen. Zuvor mussten einzelne Fahrten entfallen oder auf anderen Strecken enden. Nun rollen die Züge wieder bis in den Harz, was für viele Pendler eine spürbare Erleichterung bringt. Dennoch bleibt der Fahrplan noch nicht an allen Stellen stabil, weil Umläufe sortiert und Fahrzeuge neu disponiert werden. Restverspätungen gehören in dieser Phase fast zwangsläufig dazu.

Zugstrecke wieder frei

Wenig später erreicht die gute Nachricht auch Nutzer der RB 80 und RB 81. Gegen Mittag können die Busse schrittweise wieder durch Züge ersetzt werden, die Verbindung Göttingen beziehungsweise Bodenfelde – Nordhausen läuft wieder im Normalmodus. Die Bahn meldet die Aufhebung der Störung und kündigt an, dass lediglich vereinzelt noch Verzögerungen auftreten können. Damit kehrt im Tagesverlauf eine gewisse Normalität zurück, auch wenn manche Reisende von ihrer Odyssee noch erschöpft sind.

Ursachenfrage: Warum ist der Zug in Herzberg entgleist?

Zur Frage nach der genauen Ursache bleibt die Lage zunächst zurückhaltend formuliert. Offizielle Stellen sprechen davon, dass der Zug bei einer Rangierfahrt mit einem Drehgestell aus den Schienen sprang. Was genau dazu führte, bleibt vorerst Gegenstand interner Untersuchungen. In solchen Fällen prüfen Fachleute unter anderem den Zustand des Gleisbetts, die Weichenlage und den technischen Zustand des Waggons. Auch die gefahrene Geschwindigkeit und der Ablauf der Rangierbewegung spielen eine Rolle. Eine vorschnelle Festlegung auf einen einzelnen Fehler wäre in dieser Phase unseriös.

Zugleich verdeutlicht der Fall, wie komplex das Zusammenspiel aus Fahrzeugen und Infrastruktur ist. Schon kleine Abweichungen können in ungünstigen Konstellationen zu einem Herausspringen aus dem Gleis führen. Die Bahn wertet solche Ereignisse regelmäßig aus, um Muster zu erkennen und Präventionsmaßnahmen zu verbessern. Dazu gehören etwa verstärkte Kontrollen bestimmter Weichen oder zusätzliche Schulungen für Rangierpersonal. Die Öffentlichkeit erhält von diesen Prozessen meist nur wenig mit, obwohl sie für den sicheren Betrieb unverzichtbar sind.