Kostenlose App macht Hexenverfolgung in Fulda nachvollziehbar
Wer die Geschichte kennt, kann die Moderne verstehen und Schlüsse daraus ziehen, welche Dinge sich nicht wiederholen sollten. Wenn es um düstere Kapitel geht, dann haben nicht nur Staaten ihre Historie, sondern auch Städte und Regionen. Das gilt auch für Fulda. Der Name Merga Bien ist hier nicht unbekannt, es gibt immerhin auch eine Büste in der Stadt. Dieses Denkmal soll an das dunkle Kapitel der Hexenverfolgung in Fulda erinnern, dem rund 270 Menschen – hauptsächlich Frauen – zum Opfer fielen.
Bereits früher wurden Stadtführungen angeboten, in denen das Thema behandelt wurde. Eine Alternative dazu findet sich jetzt in der App doyo, mit der interaktive Stadtführungen angeboten werden. Darin befindet sich jetzt die doyo Tour “Fulda im Hexenwahn – Das Schicksal der Merga Bien”. Damit kann Geschichte hautnah erlebt werden. Mehr dazu in diesem Artikel.
App zur Fuldaer Hexenverfolgung
Die App doyo wurde in Fulda entwickelt und soll in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden. Damit können digitale Stadtführungen durchgeführt werden. Es gibt darin verschiedene Touren, die man mit der App ablaufen kann. Mit “Fulda im Hexenwahn – Das Schicksal der Merga Bien” ist jetzt eine Tour hinzugefügt worden, die auf ein besonders dunkles Kapitel der Fuldaer Stadtgeschichte zurückgeht. Im frühen 17. Jahrhundert, innerhalb von nur sechs Jahren, wurden mehr als 270 Menschen Opfer der Hexenverfolgung. Die meisten davon waren Frauen. Dafür verantwortlich war Balthasar Nuß, ein Hexenrichter, der mit großem Eifer zur Sache ging. Eines der berühmtesten Opfer ist Merga Bien.
Die doyo App kann ganz bequem über den App Store oder Google Play installiert werden. Neben der Tour zur Hexenverfolgung gibt es beispielsweise auch folgende Touren: Stadtführung durch Fuldas Barockviertel, 1000 Jahre jüdisches Leben in Fulda und Luna führt dich durch die Sternenstadt Fulda. Die Touren kosten in der Regel Geld, wobei die Tour über die Verfolgung der Hexen eine Ausnahme ist. Sie kann kostenlos über die App genutzt werden. Dabei werden in der Stadt neun historische Stationen angesteuert, zudem gibt es spielerische Interaktionen. Man sollte sich dafür rund 90 Minuten Zeit nehmen, wobei das natürlich auch vom eigenen Tempo abhängt.
Wer war Merga Bien?

Eigentlich standen schon damals schwangere Frauen unter einem besonderen Schutz und durften nicht gefoltert werden, doch Merga Bien wurde erneut verhört. Zu den Anklagepunkten gehörte, dass sie ihren zweiten Mann und die Kinder vergiftet haben soll. Außerdem soll sie Adligen Krankheiten angehext haben und für Viehsterben verantwortlich gewesen sein. Darüber hinaus soll sie am Hexensabbat teilgenommen haben. Ihre Schwangerschaft wurde als ein Pakt mit dem Teufel interpretiert, da sie zuvor 14 Jahre kinderlos geblieben war. Unter Qualen der Folter gab Merga Bien schließlich alles zu und wurde im Herbst 1603 auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Besonders zynisch ist dabei, dass ihr Ehemann für die Hinrichtung zahlen musste.
Fazit zur Hexenverfolgung App

