Seltene Erden » Lohnt sich eine Investition?

Seltene Erden

Die Möglichkeiten in was man sein Geld in der Gegenwart anlegen möchte, zum Beispiel seltene Erden, scheinen genauso unbegrenzt zu sein, wie die Freiheiten, welche jeder in der USA genießen kann. Doch nicht nur das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist eine Region, wo man zum Millionär werden kann, auch in Europa werden Anlagen immer beliebter.

Neben den altbekannten Kryptowährungen kann man auch in Grundstücke, Gold und seltene Erden investieren. Gerade die letztgenannte Variante gilt manchen als Geheimtipp, obwohl sie längst bekannt ist. Schon 2011 erlebten seltene Erden einen Kursboom, auf den ein enormer Einbruch folgte. Lohnt es sich überhaupt, darin zu investieren? Dies wird im folgenden Beitrag aus der Nähe betrachtet.

Wichtige Fakten zu seltene Erden

Seltene Erden klingt wie der Titel eines Science-Fiction Abenteuers aus der Zukunft, welches sich im Weltraum abspielt. Auch wenn die Thematik abgespaced klingt, so ist sie doch einfacher gestrickt als viele annehmen, wie sich untenstehend zeigt.

Welche seltenen Erden empfohlen werden

Dass die Werte von Rohstoffen sinken und auch steigen, ist normal. Dieser Aspekt macht es ja erst so attraktiv, beispielsweise auch in seltene Erden zu investieren. Die nachfolgenden Varianten werden sehr gern genutzt:

Neodymium: Es reizt die Augen und läuft an der Luft schnell an. Ebenso kann es leicht entzündet werden. Gefragt ist es vor allem für Legierungen mit Eisen und Bor, aus denen sehr starke Dauermagnete entstehen. Solche Magnete können ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes tragen. Gerade die Elektroindustrie profitiert von den gegebenen Faktoren von Neodymium.

Europium: Dieses Metall zählt zu den selteneren Elementen der Gruppe. Es läuft relativ schnell an, wenn Kontakt zu Sauerstoff besteht. Seine Giftigkeit gilt dagegen als gering. Die Leuchtmittel-Industrie profitiert sehr stark von Europium aufgrund der phosphorisierenden Eigenschaften. Weil es Neutronen gut aufnimmt, steckt das Metall außerdem in Steuerstäben von Kernreaktoren.

Yttrium: Der Ort Ytterby ist gleichzeitig auch der Namensgeber für diese seltene und zugleich begehrte Erde. Yttrium macht Aluminium- und Magnesiumlegierungen fester und steckt in weißen LEDs, Lasern und Supraleitern. Auch die Medizin auf nuklearer Ebene ist ein weiterer Verwendungszweck von Yttrium.

Scandium: Dieses Metall schimmert weiß bis silbern und ist ebenfalls sehr selten. Aufgrund seines geringen Gewichtes und den Aspekt, dass es beim Kontakt mit Sauerstoff sehr schnell anläuft, ist hier eine besondere Handhabung mit diesem erforderlich. Die Beleuchtung von Sportplätzen und Stadien enthalten beispielsweise Scandium, ebenso Laserkristalle profitieren von dem Metall. Wichtigste Einsatzgebiete sind Legierungen für die Luftfahrt und Festoxid-Brennstoffzellen.

Promethium: Es ist nicht nur selten, sondern auch radioaktiv sowie kurzlebig. Früher steckte es in Leuchtziffern von Uhren, heute dient es etwa in Atombatterien und zur Messung von Materialdicken. Als Geldanlage kommt Promethium nicht in Frage, da es in der Natur praktisch nicht vorkommt.

Investments in Aktien und Förderunternehmen

Wer nun vor hat, in seltene Erden zu investieren, sollte dies in Form von Aktien realisieren. Viele Förderunternehmen, sprich Betreiber von Minen, sind an der Börse notiert. Frisches Geld erhält ein solches Unternehmen allerdings nur bei einem Börsengang oder einer Kapitalerhöhung, denn wer Aktien später über die Börse kauft, zahlt den Kaufpreis an den bisherigen Aktionär.

Direkt profitieren solche Unternehmen also nur von Investoren, welche bei einer Kapitalerhöhung neue Wertpapiere dieser Art erwerben. Als alleiniges Investment eignen sich einzelne Minenaktien wegen ihrer starken Kursschwankungen kaum.

Fonds und Zertifikate für Aktien, Baskets etc.

Investoren können in diese Dinge investieren, wenn eine nachhaltige Anlage in seltene Erden favorisiert wird. Es spielt eigentlich schon eine wichtige Rolle, welche Form genommen wird, denn diese muss sowohl zu den Wünschen des Investors passen und zudem auch rentabel sein. Strukturierte Produkte wie eben Baskets gewinnen zudem immer mehr an Bedeutung.

Investieren in seltene Erden – Recycling

RecyclingAnleger können natürlich auch in Unternehmen investieren, welche im Bereich des Recyclings aktiv sind. Auch seltene Erden müssen irgendwann dem Recycling-Kreislauf zugeführt werden. Investoren können in diese Branche finanzielle Mittel anlegen, was ähnlich abläuft wie bei Minenbetreiber-Anlagen. Die Aktie sollte natürlich eine gewisse Liquidität haben und das Unternehmen, welches dazu gehört ebenso. Rohstoffe sind nicht endlos vorhanden, gerade im europäischen Raum. Ob sich eine solche Anlage lohnt, hängt dennoch vom einzelnen Unternehmen und von den stark schwankenden Rohstoffpreisen ab.

Was Anleger bei seltenen Erden beachten müssen

Wer physisch investiert, kauft meist Oxide oder Metalle, die im Lager des Händlers bleiben. Anders als bei Anlagegold fallen dabei 19 Prozent Mehrwertsteuer an, auch im Zolllager, sofern der Anleger die Ware nicht selbst aus dem Zollverfahren holt. Besonders aufschlussreich ist, dass man auch in ganze Gesellschaften aus dem Minen-Sektor investieren kann, egal in welchem Land sich diese befinden. Wer hohe Summen anlegen möchte, muss sicher gehen, dass es sich beim Unternehmen um keine Eintagsfliege handelt, die Wirtschaftlichkeit also gesichert ist. Vor Kursverlusten schützt allerdings auch das nicht.

Wieso man seltene Erden im Depot haben sollte

Gerade das Thema Rohstoffe beschäftigt uns derzeit sehr stark, es ist auch eine neverending story. Die Preise seltener Erden schwanken allerdings stark. Laut US-Rohstoffbehörde USGS kostete Neodym-Praseodym-Oxid 2022 im Schnitt 124 Dollar je Kilogramm, 2024 nur noch 55 und 2025 rund 69 Dollar. Wer seltene Erden ins Depot nimmt, hält sie daher besser als kleine Beimischung und sollte das Budget splitten, um Verlustrisiken zu begrenzen.

10 Tipps zur Investition in seltene Erden

Investitionen in seltene Erden sind eine komplexe Angelegenheit und erfordern eine sorgfältige Recherche und Beratung durch Experten. Im Allgemeinen gibt es jedoch einige Tipps, die Anlegern helfen können, ihre Investitionen in seltene Erden zu optimieren:

  1. Verstehen Sie die Marktbedingungen: Es ist wichtig, die aktuellen Marktbedingungen zu verstehen, um fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können. Dies umfasst sowohl Angebot und Nachfrage als auch politische und wirtschaftliche Faktoren.
  2. Untersuchen Sie die Produzenten: Finden Sie heraus, welche Unternehmen in der Branche tätig sind und wie gut sie positioniert sind, um die Nachfrage nach seltenen Erden zu bedienen. Beachten Sie auch ihre finanzielle Stabilität und Wachstumsperspektiven.
  3. Beobachten Sie den politischen Kontext: Seltene Erden sind oft mit geopolitischen Risiken verbunden. Verfolgen Sie daher politische Entwicklungen in den Ländern, in denen die größten Vorkommen von seltenen Erden liegen.
  4. Diversifizieren Sie Ihr Portfolio: Wie bei jeder Investition ist es wichtig, Ihr Portfolio zu diversifizieren, um das Risiko zu minimieren. Betrachten Sie daher eine breite Palette von Anlageinstrumenten, um Ihr Portfolio aufzubauen.
  5. Seien Sie vorsichtig mit spekulativen Investitionen: Seltene Erden sind oft volatil, was sie zu einer attraktiven Anlage für spekulative Investoren macht. Seien Sie jedoch vorsichtig und vermeiden Sie riskante Spekulationen.
  6. Berücksichtigen Sie alternative Technologien: Suchen Sie nach alternativen Technologien, die seltenen Erden nicht benötigen, um das Risiko Ihrer Investitionen zu minimieren.
  7. Verstehen Sie die Lieferkette: Es ist wichtig zu verstehen, wie die Lieferkette für seltene Erden funktioniert, um die Risiken und Chancen der Investition zu verstehen.
  8. Verfolgen Sie die Regulierung: Die Regulierung der seltenen Erden und der Bergbauindustrie kann sich schnell ändern. Verfolgen Sie daher die aktuellen Entwicklungen und passen Sie Ihre Investitionen entsprechend an.
  9. Seien Sie bereit, langfristig zu investieren: Seltene Erden sind oft langfristige Investitionen, da es Zeit braucht, um Vorkommen zu erschließen und zu entwickeln. Seien Sie daher bereit, langfristig zu investieren und Geduld zu haben.
  10. Suchen Sie nach qualifizierter Beratung: Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie in seltene Erden investieren sollen, suchen Sie nach qualifizierter Beratung durch Experten, um sicherzustellen, dass Sie fundierte Entscheidungen treffen.

Fazit zu lohnt es sich in Seltene Erden zu Investieren

Fazit zur Investition in seltene ErdenSeltene Erden sind keine Erfindung der Neuzeit, im Gegenteil. Diese Art der Metalle gibt es schon seit Urzeiten in unserer Natur und werden nicht umsonst akribisch abgebaut. Längst hat man die Potenziale von diesen erkannt. Kein Wunder, viele Industriezweige profitieren davon und letztlich auch wir als Endverbraucher.

Aufpassen sollte man jedoch bei der Anlageform und dem Unternehmen, welcher beispielsweise hinter einer angebotenen Aktie steckt. Jeder möchte schließlich eine langfristige und lukrative Anlage. Die Nachfrage nach seltenen Erden für Magnete soll laut Internationaler Energieagentur bis 2030 um rund ein Drittel wachsen. Die Preise hängen jedoch stark von Chinas Exportpolitik ab.