Zu Besuch bei den Brüdern Grimm: Museum in Steinau

Zu Besuch bei den Brüdern Grimm: Museum in Steinau

Ihre Arbeiten sind zum Teil auf der ganzen Welt bekannt und trotzdem wissen viele nicht, wie einflussreich die Brüder Grimm tatsächlich gewesen sind. Die meisten bringen sie mit Märchen in Verbindung, was auch richtig ist, doch darüber hinaus waren sie vor allem Wissenschaftler, die sich mit Sprache und Volkskunde auseinandergesetzt haben.

Wer mehr über die beiden erfahren möchte, kann das im Brüder Grimm-Haus in Steinau an der Straße besuchen. Dort wurde ein Museum im ehemaligen Amtshaus eröffnet, in dem die beiden Brüder tatsächlich vor über zweihundert Jahren gelebt haben. Der ideale Ort also, um mehr über die beiden zu erfahren. Alle Informationen zum Museum gibt es im Folgenden zu lesen.

Das Brüder Grimm-Haus in Steinau

In Deutschland gibt es mehrere Museen oder Gedenkstätten, an denen es um die Brüder Grimm und ihre Werke geht. Doch das Brüder Grimm-Haus in Steinau an der Straße wurde nicht grundlos dort eröffnet. Denn das Museum befindet sich im ehemaligen Amtshaus, das bereits 1562 erbaut wurde. Hier zog es die Familie Grimm 1791 hin, da der Vater Philipp Wilhelm Grimm als Amtmann arbeitete. Somit verbrachten die Brüder Grimm, zu denen noch mehr Geschwister als nur Jacob und Wilhelm gehörten, dort Teile ihrer Kindheit. Somit ist ein Besuch des Hauses sowohl auf Grund der bekannten Sprachwissenschaftler interessant, aber auch wegen des Gebäudes selbst, das aus der Zeit der Renaissance stammt.

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Das Museum wurde 1998 in diesem besonderen Haus eröffnet. Seitdem beschäftigt man sich hier mit dem Leben, der Wirkung und den Werken der Brüder Grimm, die so großen Einfluss auf die deutsche Sprache und Märchen haben sollten. Man erfährt dabei auch vieles über die restliche Familie, insbesondere Ludwig Emil Grimm, der es auch zu einiger Bekanntheit geschafft hat. Von Zeit zu Zeit gibt es immer wieder Sonderausstellungen. Von April bis Oktober ist das Museum von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. In der Saison von November bis März von 11 bis 16 Uhr. Erwachsene zahlen 6 Euro Eintritt, Kinder 3,50 Euro. Es gibt aber auch ermäßigte Karten und Familientickets.

Die Geschichte der Brüder

1785 kommt Jacob zur Welt ein Jahr später Wilhelm. Beide wurden in Hanau geboren. Da ihr Vater als landgräflicher Amtmann tätig ist, geht es 1791 nach Steinau an der Straße. Dort ist der Vater Philipp Wilhelm Grimm sogar 1751 zur Welt gekommen. Aufgrund der Stellung des Vaters zieht die Familie in das Amtshaus, das heute ein Museum ist. Doch schon 1796 starb der Vater, was für einige Änderungen sorgte. Neben Wilhelm und Jacob gab es noch die jüngeren Geschwister Carl Friedrich, Ferdinand Philipp, Ludwig Emil und Charlotte Amalie. 1798 ging es dann für Jacob und Wilhelm ans Friedrichsgymnasium nach Kassel. Später studieren beide in Marburg Jura und sie kommen verstärkt mit der Romantik, Minnesang und generell Sprache und Literatur in Berührung.

Bald schon beginnen die Brüder damit, systematisch mündlich überlieferte Märchen und Sagen zu sammeln und es erscheinen auch erste Bücher. Jacobs veröffentlichte 1811 “Über den altdeutschen Meistergesang” und Wilhelm “Altdänische Heldenlieder”. Ein Jahr später erschien dann der erste Band der “Kinder- und Hausmärchen”, durch die die beiden später weltberühmt werden sollten. In den nachfolgenden Jahren veröffentlichten sie noch mehr Bücher, die sich mit Märchen, Mythologien und deutschen Sagen beschäftigen. Die “Kleine Ausgabe” der Märchen wird von ihrem Bruder Ludwig Emil illustriert, der als Maler und Radierer arbeitete. Von ihm stammt auch ein berühmtes Doppelporträt seiner Brüder.

Die Bedeutung in der Nachwelt

Der ein oder andere sieht in den Brüdern Grimm vielleicht noch die Märchenonkel, die einfach nur ein paar bekannte Märchen geschrieben haben. Doch das könnte nicht weiter von der Realität entfernt sein, zumal Jacob und Wilhelm Grimm die Märchen auch nicht selbst geschrieben, sondern sie nur gesammelt haben. Sie gelten heute als einflussreiche Geistesgrößen der europäischen Kulturgeschichte, die sich mit Sprachwissenschaft und Volkskunde beschäftigten und in diesem Zuge auch noch gemeinsam mit Georg Friedrich Benecke und Karl Lachmann die Germanistik begründet haben. Unter anderem konnte Jacob Grimm die Gesetzmäßigkeiten der ersten und zweiten Lautverschiebung nachweisen.

Die Bedeutung in der Nachwelt

Die Kinder- und Hausmärchen gehören heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Darin enthalten sind unter anderem Aschenputtel, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Rapunzel und auch Schneewittchen. Kein Wunder also, dass die Brüder dadurch Weltruhm erlangen konnten. Schon im 19. Jahrhundert erfreuten sich diese Märchen, die zuvor nur mündlich überliefert wurden, großer Beliebtheit, wurden dann aber später auch zahlreich verfilmt. Unter anderem 1937 durch Walt Disney mit “Schneewittchen und die sieben Zwerge”. Darüber hinaus verfassten die beiden aber auch das erste Deutsche Wörterbuch, in dem Wörter anhand ihrer Bedeutung und Entwicklung erfasst wurden. Auch die mittelalterliche Rechtspraxis und Mythologien gehörten zum untersuchten Feld der Brüder.

Brüdern Grimm Museum: das Fazit

Brüdern Grimm Museum: das Fazit1837 gehörten Wilhelm und Jacob Grimm zu den Göttinger Sieben, die sich aktiv für Meinungsfreiheit einsetzten und sich damit gegen König Ernst August I. von Hannover stellten. Später setzte sich Jacob Grimm für die Einigung Deutschlands und die Formulierung der Menschenrechte ein. Man sieht also, dass sich ein Besuch des Brüder Grimm Hauses in Steinau an der Straße lohnen kann, denn hier geht es mitnichten einfach nur um Märchen, sondern um Sprache, Literatur, Kultur und auch Identität. Die Brüder Grimm haben sehr viel für das Verständnis der deutschen Sprache getan. Im Museum kann man sehr viel darüber erfahren und so eine Seite der bekannten Sprachwissenschaftler entdecken, die für viele noch unbekannt ist.