Zugegeben, die Möglichkeiten scheinen derzeit endlos zu sein, wenn es um das Investieren in irgendetwas Tolles sowie Nachhaltiges geht. Längst muss man nicht mehr nur in Immobilien, Krypto-Währungen oder moderne Start-ups sein hart verdientes Geld anlegen. Auch Rohstoffe lassen sich über ETFs ins Depot holen, eine sichere Investment-Möglichkeit sind sie wegen ihrer starken Preisschwankungen allerdings nicht.
Genau dieses Feld ist sehr vielfältig und lukrativ zugleich. Ob Öl, Gold, Silber oder auch seltene Erden, diese und viele weitere Rohstoffe sind sehr stark nachgefragt. In Verbindung mit sogenannten ETFs können Anleger breit gestreut investieren, müssen aber mit deutlichen Kursschwankungen rechnen. Worauf es dabei ankommt, wird im nachfolgenden Text ausgiebig erläutert.
Welche Faktoren bei dieser Geldanlage wichtig sind
Wie bei vielen anderen Investments auch, gibt es zahlreiche Dinge sowie Fakten zu berücksichtigen. Damit aus einer Anlage kein Misserfolg wird, sollten folgende Punkte beachtet werden.
Mit ETFs in Rohstoffe investieren
Wer in Rohstoffe investieren will, kann Gold als Barren oder Münzen kaufen oder Aktien von Rohstoffkonzernen wählen, breite Rohstoff-ETFs und viele ETCs nutzen dagegen sogenannte Futures. Diese sind Terminkontrakte beziehungsweise Verträge, wo es um die Rohstofflieferungen geht. Als Beispiel kann man hier zwei Fässer Öl nehmen, wo es auf den Preis zu einem gewissen Zeitpunkt ankommt. Der Zeitpunkt der Übergabe vom bisherigen Besitzer zum neuen Eigentümer in Verbindung mit dem aktuellen Preis spielt hier die entscheidende Rolle.
Ein Future legt heute den Preis für eine Lieferung zu einem späteren Termin fest. Rohstoff-ETFs wollen die Ware allerdings nie geliefert bekommen. Sie halten deshalb meist kurz laufende Kontrakte, etwa den Frontmonat-Kontrakt mit dem nächstfälligen Liefermonat, und tauschen ihn kurz vor der Fälligkeit gegen einen späteren. Der Preis eines Futures entspricht dabei nicht einfach dem aktuellen Rohstoffkurs, denn Lagerkosten und Markterwartungen fließen mit ein. Öl ist hier nur ein Beispiel, man kann natürlich auch in andere Rohstoffe investieren.
In welchen Rohstoff-Index investiert werden kann
Anlagen im Bereich der Rohstoffe sind sehr vielfältig. Ein Rohstoff-Index bildet wiederum die Entwicklung der Werte ab. Viele bezeichnen diesen Index auch als eine Art Korb oder Rucksack, wo beim bekannten Bloomberg Commodity Index 25 Terminkontrakte auf Energie, Metalle, Agrarrohstoffe und Lebendvieh den Inhalt bilden. Drei sehr wichtige Bereiche sind:
Industriemetalle: Hierunter fallen beispielsweise Kupfer, Aluminium und auch Zink, welche verarbeitet werden.
Energiestoffe: Alles, was Leistung und Energie bringt, fällt unter diese Kategorie. Gas, fossile Brennstoffe und Öl sind nur einige Beispiele, welche diesen Aspekt abdecken.
Edelmetalle: Unter dieser Rubrik kann man natürlich das begehrte Gold zählen, welches Bestandteil von vielen Bauteilen und Platinen ist.

Sicherlich kann man noch viele weitere Beispiele und Verwendungszwecke aufzählen. Dennoch gelten diese Rohstoffe als die mit am Wichtigsten, wenn es um das Anlegen von Geld in Rohstoff-ETFs geht. Einen verlässlichen Schutz vor Inflation bieten sie allerdings nicht. Selbst Gold erlebte immer wieder heftige Kurseinbrüche und brachte seit 1900 real im Schnitt nur rund 0,8 Prozent im Jahr, Aktien dagegen rund 5,1 Prozent.
Diversifikation durch Rohstoff ETFs

Eine nachhaltige Werteentwicklung ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Dadurch, dass es relativ wenige Berühungspunkte zum klassischen Aktienmarkt gibt, ergeben sich viele Vorteile in Bezug auf die Rohstoff-ETFs. In diesem Zusammenhang lässt sich also erkennen, dass die Kurse von den favorisierten Rohstoffen in der Regel in Unabhängigkeit stehen zu denen am Aktienmarkt. Dieser Aspekt ist auch wichtig, da so eine ständige Diversifikation ermöglicht wird.
Was beim Kauf von Rohstoff-ETFs beachtet werden muss
Jeder, der in ETFs im Bereich der Rohstoffe Geld anlegen möchte, sollte wissen, wie diese aufgebaut und strukturiert sind. Geht es um physisch hinterlegtes Gold oder erwirbt ein Investor ausschließlich Aktien von Goldminen-Betreibern? Das macht schon einen großen Unterschied. Europäische Publikumsfonds (OGAW) dürfen keine Edelmetalle kaufen, Gold im Tresor steckt deshalb in einem ETC, einer Schuldverschreibung mit Emittentenrisiko (Pleiterisiko des Herausgebers). Auch die Kostenbildung spielt hier eine Rolle.

Investoren können auch ETFs erwerben, wo es um das Anlegen in sogenanntes Lebendvieh geht. Oftmals wird diese Möglichkeit bei einigen ETFs jedoch als Investmentform ausgeschlossen, was ethisch begründet ist. Wer wissen möchte, welche Anlageformen möglich sind, sollte sich im jeweiligen Prospekt zu den Fonds vorab informieren. Nur so kann man für sich festlegen, welche Investmentform für einen selbst in Frage kommt, vielleicht auch aus Glaubens- und Ethikgründen.
Viele Rohstoffe unterliegen der Saisonalität, somit auch den Jahreszeiten. Erdgas wird etwa während der Heizperiode im Winter stärker verbraucht als im Sommer, bei Agrarrohstoffen hängt das Angebot vom Verlauf der Ernte ab. Dies und weitere Faktoren regeln den Anlagemarkt und somit die Preise. Bei Edelmetallen lassen sich die Kursentwicklungen wiederum nicht langfristig seriös voraussagen. Da spielt die Saisonalität wiederum eine untergeordnete Rolle.
Fazit zum investieren in Rohstoffe mit ETFs
Rohstoffe existieren nicht nur seitdem es die Erde als unseren Planeten gibt. Sie dienen allen voran der Industrie und letztlich auch der Menschheit dazu, damit wir wohnen, leben und arbeiten können. In diesem Zusammenhang ist klar, dass viele der Rohstoffe unterschiedlich gewichtet und bewertet werden müssen, denn nicht alles hat den gleichen Wert. Wiederum bestimmen wir ja auch, was uns etwas im Leben wert ist. Dieser Fakt steuert auch das normale Geschehen auf dem Investmentmarkt in Bezug auf Rohstoff-ETFs. Angebot und Nachfrage bilden dabei die normale Grundlage.

