Den Begriff der Famulatur kennt wohl nicht jeder oder zumindest nicht dessen Bedeutung. Dabei ist dieses Vorgehen aber enorm wichtig und sorgt dafür, dass angehende Ärzte erste praktische Erfahrungen sammeln können. Die Famulatur ist also ein ärztliches Praktikum, das die Studierenden der Medizin nach dem Physikum absolvieren müssen. Sie dauert insgesamt vier Monate, Plätze im Ausland vermittelt unter anderem die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Famulanten – also die Medizinstudierenden – können in unterschiedlichen Einrichtungen praktische Erfahrungen sammeln, was natürlich auch durch den direkten Patientenkontakt geschieht. Es kann in Krankenhäuser gehen, ebenso in Arztpraxen und Rehabilitationseinrichtungen. Warum diese praktische Erfahrung so wichtig ist, gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Was ist die Famulatur?
Jede Fachdisziplin setzt sich aus Theorie und Praxis zusammen und ausgebildete Ärzte müssen beides beherrschen. Über den menschlichen Körper gibt es enorm viel zu lernen, was schon schwierig genug ist. Doch letztendlich müssen die Praktiker der Medizin dieses Wissen auch anwenden und das ist alles andere als einfach. Der direkte Patientenkontakt und der Alltag in der Medizin müssen erlernt werden. Der Schritt von der theoretischen Ausbildung an der Universität hin zur praktischen Anwendung im klinischen Alltag ist ein großer und wird durch die Famulatur bewältigt. Studierende absolvieren also Praktika, um die ärztliche Arbeit aus erster Hand kennenzulernen.
Der Begriff selbst kommt wenig überraschend aus dem Lateinischen und bezeichnet so viel wie „Diener“ oder auch „Gehilfe“. Gemeint ist also, dass angehende Ärzte unter Anleitung mitarbeiten und so in direkten Kontakt mit den Patienten kommen. Hier werden Fähigkeiten gebraucht, die man nicht einfach im Hörsaal der Universität lernen kann. Eine Famulatur dauert insgesamt vier Monate, je einen Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Einrichtung, im Krankenhaus oder in einer stationären Reha-Einrichtung, in einer Hausarztpraxis und in einer weiteren geeigneten Einrichtung. Studierende arbeiten dabei unter Leitung approbierter Ärzte und nehmen an Visiten, Anamnesen, Operationen und Therapiebesprechungen teil. Die ärztliche Tätigkeit steht also im Vordergrund.
Warum ist die Praxis der Famulatur so wichtig?
Es ist einleuchtend, dass eine solche Famulatur sehr wichtig ist, denn am Ende wird Medizin im direkten Kontakt mit den Patienten ausgeübt. Es gibt verschiedene Vorteile, die sich aus der Famulatur ergeben. Dazu gehört der Praxisbezug, sodass gelerntes Wissen aktiv angewendet werden kann. Der reale klinische Alltag unterscheidet sich maßgeblich von der reinen Theorie. Es erlaubt den Blick auf die Patienten, was auch soziale Kompetenzen braucht. Kommunikation ist ein ganz wichtiges Thema, was nicht nur Gespräche mit den Patienten betrifft, sondern auch den Austausch mit dem weiteren medizinischen Personal.
Der interprofessionelle Alltag ist eine Hürde, die nicht so einfach zu nehmen ist. Man muss mit Ärzten kommunizieren, mit Pflegepersonal und mit Menschen aus anderen Gesundheitsberufen. Diese Teamarbeit ergibt sich nicht von selbst, sondern beruht auf Erfahrungen und Fähigkeiten. Es zeigt sich dann auch, wie offen ein Studierender ist, um wirklich bestmöglich arbeiten zu können. Die Famulatur ist auch eine wertvolle Erfahrung, um die eigenen Fähigkeiten besser einschätzen zu können und auch besser einordnen zu können, in welche Richtung man sich persönlich und beruflich entwickeln möchte. In dieser Phase kann man auch bessere Eindrücke der Fachbereiche gewinnen.
Man muss Verantwortung übernehmen

Vom DFA zur bvmd: Famulatur im Ausland
Lange spielte der DFA eine wichtige Rolle für Medizinstudierende, die eine Famulatur im Ausland machen wollten. Dahinter verbarg sich der Verein Deutsche Famulantenaustausch. Im Jahr 2004 schloss er sich mit der Fachtagung Medizin zur Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) zusammen, 2008 wurde der alte Verein aufgelöst. Die bvmd ist bundesweit aktiv und wird von Medizinstudierenden selbst getragen, die sich damit gegenseitig unter die Arme greifen. Über ihr Austauschprogramm vermittelt sie Famulaturen im Ausland, Plätze in Deutschland suchen sich Studierende selbst direkt bei Kliniken und Praxen. Damit soll vor allem der Austausch von Studierenden gefördert werden.
Über die bvmd können sich Medizinstudierende auf vierwöchige Famulaturen im Ausland bewerben, die Gastorganisation stellt eine Unterkunft und eine Mahlzeit pro Arbeitstag. Beworben wird im März für das folgende Wintersemester und im Herbst für das folgende Sommersemester. Der internationale Austausch ist ein wichtiges Element, das auch für die Medizin allgemein von großer Bedeutung ist, da dadurch umfangreiches Wissen vermittelt werden kann und die Medizin als gemeinsames Unterfangen verstanden wird.
Fazit zu Famulatur


