Vorstellung des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern

Vorstellung des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern

Wenn es um Medizin geht, sind viele Teilbereiche bekannt, da man oft auch selbst damit in Berührung kommt. Doch während sich die meisten etwas unter Chirurgie, Neurologie oder auch Allgemeinmedizin vorstellen können, dürfte das bei der Sozial- und Präventivmedizin anders aussehen. In diesem medizinischen Fachgebiet werden das soziale Umfeld sowie die Lebensumstände betrachtet, um Rückschlüsse auf die Gesundheit von Menschen, Gruppen und ganzen Gesellschaften zu ziehen. Das Institute of Social and Preventive Medicine legt den Fokus genau auf diese Untersuchungsgegenstände. Zur Universität Bern gehörend legt das Institut großen Wert auf eine interdisziplinäre Forschung, um sich der sozialen und verhaltensbezogenen Gesundheit anzunähern. Gesundheit wird als ein Prozess verstanden, der durch Wechselwirkungen zwischen Menschen und ihrer sozialen und natürlichen Umwelt gestaltet wird. Mehr zum ISPM gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Das ISPM und die Kernbereiche

Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) ist eine renommierte Einrichtung der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Hier laufen Lehre, Weiterbildung und interdisziplinäre Forschung parallel zueinander, um damit wesentliche Beiträge zum Erhalt und zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit liefern zu können. Dabei wird von der lokalen Ebene bis hin zur globalen Umwelt gedacht. Die Hauptfelder Sozial- und Verhaltensmedizin, klinische Epidemiologie und Biostatistik kommen zum Zug. Nicht erst seit der Pandemie spielen auch internationale und umweltbezogene Aspekte eine große Rolle – also globale Gesundheitsbedrohungen oder auch Gesundheitssysteme im internationalen Vergleich. Das Institut verfügt über 14 Forschungsgruppen, die sich unter anderem den Themen Data Science oder der Umweltmedizin widmen.

Sozial- und Präventivmedizin

Lebensumstände beeinflussen die Gesundheit, wozu auch das soziale Umfeld gehört. Dieser Bereich wird vor allem von der Sozialmedizin in den Blick genommen. Das bedeutet, dass Faktoren wie der Beruf, die Familie, Einkommen und Bildung als Einflüsse auf die Gesundheit verstanden werden. Die Fachrichtung legt den Fokus oft darauf, die Folgen von Krankheiten im Alltag oder im Arbeitsleben zu bewältigen. Im Gegenzug richtet die Präventivmedizin den Blick auf die Vorbeugung von Krankheiten, was unter anderem Schutzimpfungen, Aufklärung über gesunde Ernährung und Bewegung umfasst sowie Früherkennungsuntersuchungen. Im Bereich Public Health werden diese beiden Disziplinen miteinander verbunden, um positiven Einfluss auf die Gesundheit der ganzen Bevölkerung zu nehmen.

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Längst ist klar, dass soziale Faktoren maßgeblich die Gesundheit beeinflussen. Der sozioökonomische Status kann eine große Rolle spielen. Dazu gehören das Einkommen, die Bildung und der berufliche Status. Auch das Wohnumfeld, die Arbeitsbedingungen und das soziale Netzwerk sind wichtige Faktoren. Körperlich schwere Arbeit, Leistungsdruck oder Einsamkeit sind Aspekte, die der Gesundheit schaden. Chronischer Stress aufgrund von unsicheren Jobs oder Geldsorgen kann beispielsweise zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Zudem gibt es auch eine klare Korrelation zwischen einem niedrigen Bildungsstand und einer kalorienreichen Ernährung und Übergewicht. Depressionen und Angststörungen entstehen unter anderem im Zuge von Existenzängsten und sozialer Isolation.

Angebote des Instituts

Das Institut an der Universität Bern IMSP vereint Lehre, Weiterbildung und Forschung. Maßgeblich beteiligt es sich an den Studiengängen Humanmedizin in Bachelor und Master sowie MSc in Biomedical Sciences. Darüber hinaus werden Doktorandenprogramme angeboten. Jährlich werden bis zu 15 Doktoranden in verschiedenen Disziplinen betreut. Das umfasst den PhD für Natur- und Sozialwissenschaftler, den MD-PhD für Mediziner und den DVM-PhD für Tiermediziner. Außerdem werden Weiterbildungsmöglichkeiten für Akademiker, Ärzte und Fachkräfte angeboten, in denen verschiedene Abschlüsse gemacht werden können. Weiter ist das Institut auch am öffentlichen Austausch beteiligt und organisiert regelmäßig verschiedene Events. Dazu gehören auch die Bern Lectures in Health Science.

Die Universität Bern

Als Gründungsjahr der Universität Bern gilt das Jahr 1834, wenn auch die Wurzeln viel weiter zurückreichen. Schon im 16. Jahrhundert wurde eine Theologenschule gegründet, die 1805 in eine Akademie umgewandelt wurde. Nachdem sich 1831 im Kanton Bern die Liberalen politisch durchsetzen konnten, wurde schließlich drei Jahre später die Universität neu gegründet. Die ersten Jahre waren durchaus noch von unruhigen Zeiten geprägt, was sich ab 1848 beruhigte. Im Jahr 1885 waren erstmals mehr als 500 Studierende eingeschrieben, womit die Universität die größte der Schweiz war. Bekannt ist die Universität auch dafür, dass bereits ab den 1870er Jahren Frauen studieren durften. 1874 bestand die Medizinerin Rosalia Simonowitsch aus Russland als erste Frau der Universität ihr Doktorexamen.

Die Universität Bern

Heute hat die Universität Bern eine klare Vorstellung, die sie unter “Wissen schafft Wert” zusammenfasst. Man fühlt sich daher wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Werten verpflichtet. Man möchte in der Gesellschaft einen Beitrag leisten. Chancengleichheit ist dabei ein wichtiger Grundpfeiler für die Universität. Man fördert klar die Gleichstellung und Chancengleichheit für Frauen und Männer und will in diesem Zuge Zugangshürden abbauen. Man sieht Vielfalt als einen wesentlichen Beitrag, um in den Bereichen Forschung, Verwaltung und Lehre zu exzellenten Ergebnissen zu gelangen. Zu den Themenschwerpunkten der Universität gehören Nachhaltigkeit, Gesundheit und Medizin, Materie und Universum, interkulturelles Wissen sowie Politik und Verwaltung.

Fazit zum Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (IMSP)

Fazit zum Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (IMSP)Das Institute of Social and Preventive Medicine (IMSP) der Universität Bern legt viel Wert auf die enge Verknüpfung von Forschung, Lehre und Weiterbildung. Thematisch setzt man sich mit dem Einfluss sozialer Faktoren auf die Gesundheit auseinander, um diese zu verstehen und präventiv wirken zu können. Man arbeitet interdisziplinär und betreibt mehrere Forschungsgruppen. Neben den Studienangeboten gibt es auch Doktorandenprogramme. Das Institut gehört zur Medizinischen Fakultät der Universität Bern und ist damit in einen größeren Kontext eingebunden, unter anderem bei den Studiengängen Humanmedizin und Biomedical Sciences. Die Universität Bern kann auf eine lange Tradition zurückblicken, die weit bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht.