Kraft der Mineralstoffe: So wichtig sind Magnesium und Zink

Magnesium & Zink: Mangel, Wirkung und sichere Einnahme

Magnesium und Zink sind zwei wichtige Mineralstoffe, die oft übersehen werden, aber dennoch eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gesundheit des menschlichen Körpers spielen. Magnesium ist ein essentielles Mineral, das als Cofaktor für über 300 Enzyme wirkt und bei der Energieproduktion, der Muskelkontraktion, der Knochenbildung und der Regulierung von Blutzucker- und Blutdruckwerten eine wichtige Rolle spielt. Zink hingegen ist ein wesentliches Spurenelement, das an einer Vielzahl von biochemischen Reaktionen im Körper beteiligt ist und für die Immunfunktion, die Wundheilung, die Produktion von DNA und die Entwicklung des Gehirns von entscheidender Bedeutung ist.

Ein ausgeprägter Mangel an Magnesium oder Zink kann zu Muskelkrämpfen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall und einem geschwächten Immunsystem führen. In Deutschland tritt ein solcher Mangel bei normaler Mischkost allerdings selten auf. Betroffen sind vor allem chronisch Darmkranke, Diabetiker, Menschen mit hohem Alkoholkonsum, Nutzer bestimmter Entwässerungs- und Magensäuremedikamente sowie rein pflanzlich Essende. Für alle anderen deckt die Ernährung den Bedarf, und Nahrungsergänzungsmittel ersetzen sie nicht, sondern ergänzen gezielt bei nachgewiesenem Bedarf. Dieser Artikel zeigt daher die typischen Symptome, gute Quellen, aktuelle Referenzwerte und die Rolle beider Mineralstoffe für Sport, Schlaf und die alltägliche Gesundheit.

Magnesium – ein wichtiger Bestandteil von Enzymen und Proteinen

Magnesium – ein wichtiger Bestandteil von Enzymen und ProteinenMagnesium ist ein Mineralstoff, der in vielen verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten ist, darunter auch in Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und grünem Blattgemüse. Es ist an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllen, wie zum Beispiel:

  1. Energieproduktion: Magnesium hilft bei der Umwandlung von Nährstoffen in Energie, die der Körper nutzen kann.
  2. Muskelkontraktion: Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Muskelkontraktionen und -entspannungen.
  3. Knochenbildung: Magnesium ist wichtig für die Bildung von Knochen und Zähnen.
  4. Regulierung von Blutzucker- und Blutdruckwerten: Magnesium trägt dazu bei, den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck zu regulieren.

Symptome eines Magnesiummangels

Ein Mangel an Magnesium kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter:

  1. Muskelkrämpfe: Da Magnesium eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion spielt, kann ein Mangel zu Krämpfen führen. Umgekehrt gilt aber nicht, dass jeder Wadenkrampf auf Magnesiummangel zurückgeht, denn bei Krämpfen ohne nachgewiesenen Mangel zeigen Präparate in Studien kaum Wirkung.
  2. Erschöpfung und Müdigkeit: Magnesium ist wichtig für die Energieproduktion, und ein Mangel kann zu Erschöpfung und Müdigkeit führen.

YouTube Video Thumbnail

  1. Kopfschmerzen und Migräne: Ein Mangel an Magnesium kann auch Kopfschmerzen und Migräne verursachen.
  2. Kribbeln und Taubheitsgefühle: Da Magnesium auch eine Rolle bei der Nervenfunktion spielt, kann ein Mangel zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen führen.

Zink – eine Schlüsselrolle bei der Immunfunktion

Zink – eine Schlüsselrolle bei der ImmunfunktionEin weiterer wichtiger Mineralstoff ist Zink, der in vielen verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten ist, darunter auch in Fleisch, Fisch, Käse, Hülsenfrüchten und Nüssen. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Immunfunktion und der Wundheilung. Es ist auch wichtig für die Produktion von DNA und für die Entwicklung des Gehirns. Anders als Calcium besitzt der Körper für Zink keinen nennenswerten Speicher, weshalb eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung nötig ist.

Symptome eines Zinkmangels

Ein Mangel an Zink kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter:

  1. Schwäche des Immunsystems: Da Zink eine wichtige Rolle bei der Immunfunktion spielt, kann ein Mangel zu einem geschwächten Immunsystem führen.
  2. Haarausfall und Hautprobleme: Ein ausgeprägter Mangel an Zink kann auch zu Haarausfall und zu entzündlichen Hautveränderungen führen, typischerweise an Mundwinkeln, Händen und im Windelbereich bei Kindern.
  3. Veränderungen des Geschmacks- und Geruchssinns: Zink ist für die Funktion der Geschmacksknospen notwendig, daher kann ein Mangel zu Veränderungen oder dem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns führen.
  4. Verlangsamtes Wachstum: Bei Kindern kann ein Zinkmangel das Wachstum verlangsamen und zu Verzögerungen in der Entwicklung führen.

Empfohlene tägliche Aufnahme von Magnesium und Zink

Die empfohlene tägliche Aufnahme von Magnesium und Zink variiert je nach Alter, Geschlecht und Ernährungsweise. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Magnesium 300 mg pro Tag für erwachsene Frauen und 350 mg für erwachsene Männer. Bei Zink hängt der Referenzwert seit 2019 zusätzlich von der Phytatzufuhr ab, denn Phytat aus Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten bindet Zink im Darm und kann die Bioverfügbarkeit um bis zu 45 Prozent senken. Frauen ab 19 Jahren sollen daher 7 mg bei niedriger, 8 mg bei mittlerer und 10 mg bei hoher Phytatzufuhr aufnehmen, Männer entsprechend 11 mg, 14 mg und 16 mg. Eine vollwertige Mischkost entspricht dabei einer mittleren Phytatzufuhr. Schwangere und stillende Frauen benötigen jeweils etwas mehr.

Natürliche Quellen von Magnesium und Zink

Es gibt viele Nahrungsmittel, die reich an Magnesium und Zink sind.

Beispiele für Magnesiumquellen sind:

    Magnesium Quellen

  1. Nüsse und Samen: Mandeln, Cashewnüsse, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne sind alle reich an Magnesium.
  2. Vollkornprodukte: Vollkornbrot, brauner Reis und Haferflocken sind alle gute Quellen für Magnesium.
  3. Grünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl und Brokkoli enthalten alle viel Magnesium.

Beispiele für Zinkquellen sind:

    Zink Quellen

  1. Fleisch, Fisch und Käse: Rindfleisch, Hühnchen, Schweinefleisch, Austern und Hartkäse wie Bergkäse oder Gouda sind reich an Zink, wobei Austern mit Abstand an der Spitze liegen.
  2. Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen und Kichererbsen enthalten reichlich Zink, geben es wegen ihres Phytatgehalts aber schlechter frei. Einweichen, Keimen lassen oder Sauerteiggärung bauen Phytat ab und verbessern die Aufnahme spürbar.
  3. Nüsse und Samen: Kürbiskerne, Cashewnüsse und Pinienkerne enthalten auch viel Zink.

Magnesium- und Zinkpräparate

Wenn es schwierig ist, genug Magnesium und Zink durch die Ernährung aufzunehmen, können Nahrungsergänzungsmittel eine Option sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt dabei Höchstmengen von 250 mg Magnesium und 6,5 mg Zink pro Tagesverzehrempfehlung eines Produkts, wobei die Magnesiumdosis auf zwei oder mehr Portionen verteilt werden sollte. Höhere Magnesiummengen führen häufig zu Durchfall, und dauerhaft hohe Zinkdosen hemmen die Kupferaufnahme. Magnesium kann außerdem die Wirkung bestimmter Antibiotika und anderer Medikamente abschwächen, wenn beides gleichzeitig eingenommen wird. Es ist deshalb wichtig, sich vor der Einnahme von Magnesium- oder Zinkpräparaten von einem Arzt oder in der Apotheke beraten zu lassen.

Magnesium und Zink in der Sporternährung

Magnesium und Zink spielen auch eine Rolle in der Sporternährung. Athleten benötigen möglicherweise mehr Magnesium und Zink als Menschen, die weniger aktiv sind, weil intensive Belastung und starkes Schwitzen die Verluste erhöhen können. Der höhere Bedarf lässt sich in der Regel über die ohnehin größere Nahrungsmenge decken. Dass zusätzliche Präparate die Leistung steigern oder Muskelkrämpfe verhindern, ist dagegen nicht belegt, solange kein Mangel vorliegt.

Magnesium und Zink bei Schlafstörungen

Schlafstörungen sind ein häufiges Problem, das viele Menschen betrifft und sich negativ auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken kann. Magnesium und Zink werden in diesem Zusammenhang häufig diskutiert, die Studienlage fällt allerdings deutlich dünner aus, als die Werbung vermuten lässt.

Magnesium gilt als beruhigend wirkender Mineralstoff und ist an der Regulation von Nervenzellen beteiligt. Es wirkt unter anderem an GABA-Rezeptoren und blockiert zugleich NMDA-Rezeptoren, was die Erregbarkeit im Gehirn dämpft. Ein Mangel an Magnesium kann zu einer gestörten Schlafqualität führen und zu Schlafstörungen beitragen. Kleinere Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Magnesiumpräparaten vor dem Schlafengehen die Schlafqualität bei älteren Erwachsenen verbessern kann, doch die Untersuchungen umfassen meist wenige Teilnehmer und liefern keine belastbare allgemeine Empfehlung.

YouTube Video Thumbnail

Für Zink ist die Datenlage noch schwächer. Das Spurenelement ist am Stoffwechsel des Nervensystems beteiligt und wird mit der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus in Verbindung gebracht, ein zwingender Zusammenhang mit der Melatoninbildung ist jedoch nicht belegt. Melatonin entsteht aus Tryptophan über Serotonin, und Zink zählt dabei nicht zu den notwendigen Bausteinen. Einzelne kleine Studien beobachteten bei älteren Erwachsenen eine bessere Schlafqualität nach Zinkgabe, aussagekräftige größere Untersuchungen fehlen bislang.

Es ist daher wichtig zu beachten, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zur Verbesserung des Schlafs keine Wunderlösung ist. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und einem regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus wirkt hier nachweislich stärker als jedes einzelne Präparat. Halten Schlafstörungen über Wochen an, gehören sie ärztlich abgeklärt.

Weitere wichtige Mineralstoffe

Abgesehen von Magnesium und Zink gibt es noch viele weitere wichtige Mineralstoffe, die der Körper benötigt, um richtig zu funktionieren. Hier sind einige weitere wichtige Mineralstoffe und ihre Funktionen im Körper:

Weitere wichtige Mineralstoffe

  1. Kalzium: Kalzium ist wichtig für die Knochen- und Zahnbildung, die Muskelkontraktion und die Blutgerinnung.
  2. Eisen: Eisen ist wichtig für die Bildung von Hämoglobin, dem Protein in den roten Blutkörperchen, das für den Transport von Sauerstoff im Körper verantwortlich ist.
  3. Kalium: Kalium ist wichtig für die Muskelkontraktion, die Regulierung des Blutdrucks und den Flüssigkeitshaushalt des Körpers.
  4. Natrium: Natrium ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers, die Muskel- und Nervenfunktion und den Blutdruck.
  5. Phosphor: Phosphor ist wichtig für die Knochen- und Zahnbildung, die Energieproduktion und die DNA-Synthese.
  6. Chlorid: Chlorid ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers, die Verdauung und die Bildung von Magensäure.
  7. Schwefel: Schwefel ist wichtig für die Bildung von Proteinen und Enzymen im Körper.

Eine ausgewogene Ernährung, die aus einer Vielzahl von Nahrungsmitteln besteht, die reich an verschiedenen Mineralstoffen sind, ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird. In einigen Fällen kann jedoch eine Ergänzung erforderlich sein, insbesondere bei Personen, die aufgrund von Erkrankungen oder besonderen Lebensumständen Schwierigkeiten haben, ausreichende Mengen an bestimmten Mineralstoffen durch die Ernährung zu erhalten. Zu beachten ist dabei, dass hohe Dosen einzelner Mineralstoffe die Aufnahme anderer hemmen, etwa Zink die von Kupfer oder Calcium die von Eisen.

Fazit zur Kraft der Mineralstoffe

Fazit zur Kraft der MineralstoffeMagnesium und Zink halten Energiestoffwechsel, Muskeln, Immunsystem und Wundheilung am Laufen. Bei ausgewogener Ernährung mit Nüssen, Vollkorn, Fleisch und Käse tritt ein Mangel hierzulande allerdings selten auf. Wer trotzdem zu Präparaten greift, sollte die BfR-Höchstmengen beachten und die Einnahme ärztlich abklären, denn hohe Dosen schaden mehr, als sie nutzen. Beachtet jedoch, unser Artikel soll informieren und ersetzt keine ärztliche Beratung.