Motivation ist ein Thema, das die meisten Menschen betrifft. Viele wünschen sich wohl mehr Motivation, ob für den Alltag oder aber zum Erreichen der Ziele. Es ist nicht verwunderlich, dass dieses Thema auch wissenschaftliche Relevanz hat. Verschiedene Disziplinen beschäftigen sich auf die eine oder andere Weise mit der Motivation, was jetzt auch auf der ICM 2012, der Internationalen Konferenz über Motivation, in Frankfurt am Main klar wurde. Diese fand an drei Tagen Ende August an der Goethe Universität in Frankfurt statt.
Dafür ging es ins I.G.-Farben-Haus auf dem Campus Westend. Es wurden Symposien durchgeführt, ebenso gab es Paper- und Poster-Sessions. Die Konferenz wurde auf Englisch durchgeführt. Geladen waren auch Hauptredner, zu denen Judith Harackiewicz aus Madison, USA, zählte. Im Vorfeld fand zudem die Summer School statt, die sich an Nachwuchsforscher richtet. Den Rückblick zur ICM 2012 gibt es in diesem Artikel.
Die ICM 2012 in Frankfurt
Auf der einen Seite klingt es nach einem einfachen Thema, da sich jeder etwas unter Motivation vorstellen kann, auf der anderen jedoch gibt es sehr viel dazu zu sagen. Mindestens interessant ist das Phänomen, dass wohl die meisten Menschen mit Motivation ein Problem haben. Umso interessanter ist es, dass dazu eine Konferenz stattgefunden hat. Die International Conference on Motivation 2012 fand in Frankfurt am Main statt. Dahinter stehen das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung der Leibniz-Gemeinschaft und die European Association for Research on Learning and Instruction. Beteiligt waren zudem die Special Interest Group 8 für Motivation und Emotion.
Die Konferenz fand unter dem Motto “Motivation in all Spheres of Life” statt. Der Titel deutet bereits darauf hin, dass es um Motivation insgesamt geht, was ganz unterschiedliche Felder wie Lernen, Sport, Schule, Beruf, Sozialpsychologie und Entwicklung betrifft. Das I.G.-Farben-Haus, das einst auch Hauptquartier der Amerikaner unter General Eisenhower war, wurde als Ort der Konferenz gewählt. Als Veranstalter waren Jenefer Husman von der Arizona State University, USA, und Thomas Martens vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation mit an Bord. Im lokalen Organisationskomitee waren Thomas Martens, Regina Vollmeyer, Katrin Arens und Saskia Kistner.
Summer School im Vorfeld der Konferenz
Bereits im Vorfeld fand vom 25. bis zum 27. August 2012 die Summer School statt. Traditionell wird diese vor der ICM ausgetragen und richtet sich an Nachwuchsforscher und junge Wissenschaftler. In diesem Fall richtete sie sich gezielt an PhD-Studenten, also Doktoranden, die sich näher mit Emotion und Motivation beschäftigen. Als Senior Scholars übernahmen Jenefer Husman, Regina Vollmeyer, Markku Niemivirta und Johnmarshall Reeve die Rollen der Betreuer. Das Ziel der Summer School besteht darin, dass Doktoranden die Möglichkeit gegeben wird, sich mit erfahrenen Wissenschaftlern austauschen zu können. In kleinen Gruppen konnten die Forschungsprojekte der Doktoranden vorgestellt werden. Dafür gab es jeweils eine Präsentation mit anschließender Diskussion.
Das diesjährige Programm der Konferenz über Motivation
Am Dienstag ging alles mit der Willkommens-Session los, die von Thomas Martens geleitet wurde. Anschließend ging es parallel mit “Investigating Motivational Goal Setting in Different Learning Contexts” und “The Role of Instrumental Motivation at the Departmental, Course Level and in Job-Seeking Contexts” weiter. Es folgten eine Poster-Session und die erste Kaffeepause, ehe Judith Harackiewicz den ersten Keynote-Vortrag zum Thema “Promoting and Performance in Math and Science Courses: the Importance of Utility Value” hielt. Der Vorabend wurde genutzt, um das SIG 8 Meeting abzuhalten, ehe dann der Begrüßungsempfang durchgeführt wurde. Den ganzen Tag über gab es noch weitere Sessions, die in verschiedenen Räumen ausgetragen wurden.

Am Mittwoch ging es direkt morgens mit dem wissenschaftlichen Programm los. Dazu gehörten auch die Punkte “Introducing Real Life into School: Lifelike Learning” und “Theoretical Challenges for Motivational Regulation: Action-Related Considerations Revisited”. Nach der ersten Kaffeepause folgte der nächste Keynote-Vortrag von Peter Gollwitzer von der New York University zum Thema “Planning Improves Goal Striving”. Am Donnerstag folgte “Toward Conceptual Clarity, Empirical Distinctiveness, and Substantive Significance of Motivational Constructs”, was der Keynote-Vortrag von Mimi Bong von der Korea University gewesen ist. Der letzte Tag endete am Nachmittag mit der Farewell Session und der Vergabe des SIG 8 Lifetime Awards.
Soziale Events zu ICM 2012
Neben dem wissenschaftlichen Programm gab es in diesem Jahr natürlich auch wieder verschiedene Möglichkeiten für soziale Aktivitäten. Dazu gehörte auch der Begrüßungsempfang am Dienstagabend, der in der Eingangshalle des IG-Gebäudes ausgetragen wurde. Vor Ort wurde Fingerfood serviert und die Teilnehmer konnten sich in Ruhe kennenlernen. Am Abend darauf gab es das Konferenzdinner in der “Halle der Helden”, die Getränke waren inbegriffen. Sofern es kurzfristig noch Tickets gab, konnten diese direkt an der Rezeption für 72 Euro erworben werden. Auch das Konferenzdinner bot in gemütlicher Atmosphäre die Gelegenheit, damit die Teilnehmer ins Gespräch kommen und wissenschaftliche Kontakte geknüpft werden konnten.
Die Facetten der Motivation
Der Begriff ist allgemein bekannt und lässt sich am ehesten dem Fach der Psychologie zuordnen. Dabei beschreibt der Begriff grob die Richtung, Ausdauer und Intensität eines menschlichen Verhaltens. Wissenschaftlich betrachtet wird Motivation aber in verschiedene Bereiche aufgeteilt, da es sich um ein komplexes Phänomen handelt. Unterschieden wird häufig zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Das bedeutet, dass Handlungen einerseits aus eigenem Interesse durchgeführt werden und andererseits durch den Druck externer Rahmen und Konsequenzen. Dabei wird vor allem die extrinsische Motivation noch weiter unterteilt, da hier ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen für die Handlungen verantwortlich sein können.

Eine grundlegende Frage besteht darin, warum Menschen überhaupt bestimmte Handlungen vollziehen. Gründe dafür können sein, dass die eigenen Kompetenzen verbessert werden sollen. Das ist eine sehr intrinsische Motivation und Misserfolge werden in diesem Kontext als Chancen wahrgenommen. Oft gibt es aber auch einen Vergleich mit anderen Menschen, die man übertrumpfen oder aber Inkompetenz vermeiden möchte. Diese Strategie kann auch zu hohen Anstrengungen führen, kann aber bei Misserfolg auch schon zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führen. Motivation kann nicht als ein statischer Zustand begriffen werden, sondern ist ein Prozess, der in Phasen läuft.
Fazit zur Internationalen Konferenz über Motivation

