Die 20. OMCOS-Konferenz 2019 in Heidelberg
Für Laien mag es nicht unmittelbar ersichtlich sein, welche Ziele mit der metallorganischen Chemie verfolgt werden. Dahinter verbirgt sich die Wissenschaft der Verbindungen zwischen Metallen und organischen Stoffen. Das klingt erst einmal sehr alltagsfern, doch bei näherer Betrachtung gibt es bereits viele Anwendungsgebiete, die von vielen Menschen täglich genutzt werden.
In Heidelberg fand jetzt die 20. OMCOS-Konferenz statt, die alle zwei Jahre ausgetragen wird. Die Tagung dauerte fünf Tage und beinhaltete die Beschäftigung mit der organometallischen Katalyse für die organische Synthese. Wissenschaftler aus aller Welt waren mit dabei, um sich darüber auszutauschen. Den Rückblick auf die Konferenz und eine Erklärung zum Thema gibt es in diesem Artikel.
Heidelberg im Zentrum der metallorganischen Chemie
Die erste Konferenz dieser Art fand bereits 1981 statt, damals in Fort Collins, USA. 1997 ging es dann auch erstmals nach Deutschland, genauer gesagt nach Göttingen. Über zwanzig Jahre später wurde erneut Deutschland als Austragungsort ausgewählt. Für die 20. OMCOS-Konferenz ging es nach Heidelberg. Die Stadt bietet natürlich optimale Voraussetzungen für wissenschaftliche Tagungen, sodass die Teilnehmer, die aus aller Welt angereist waren, auch abseits vom wissenschaftlichen Programm eine interessante Zeit haben konnten. Auch in Heidelberg war es ein Schulterschluss von akademischer Forschung und industrieller Anwendung.
OMCOS ist die Abkürzung für Organometallic Catalysis Directed Towards Organic Synthesis. Gemeint ist damit, dass Verbindungen zwischen Metallen und Kohlenstoff geschaffen werden, sodass neue elektronische Eigenschaften entstehen. Es sollen Katalysatoren geschaffen werden, mit denen chemische Reaktionen ermöglicht oder aber beschleunigt werden können. Die Synthese aus Metall und organischen Stoffen wird bereits heute schon in vielen Bereichen eingesetzt, unter anderem der Medizin, beispielsweise in der Krebstherapie, oder auch in der Technik, wo die OLED-Technologie in den Sinn kommt.
Ausgerichtet wurde die Konferenz auch in diesem Jahr durch das International Advisory Board (IAB). In diesem Jahr gab es zahlreiche Partner und Sponsoren, die die Ausrichtung ermöglicht haben. Dazu gehören BASF, Boehringer INgelheim, ChemPur, Firmenich, Hector Fellow Academy, das Heidelberg Institute for Theoretical Studies, Magritek, die Reinhold Beitlich Stiftung, Springer, Thieme, Wiley und Umicore. Die Vorträge fanden in der Stadthalle Heidelberg statt.
Programm der 20. OMCOS-Konferenz

Es wurden zudem auch Sprecher für Plenar-Vorträge eingeladen. Professor Lutz Ackermann von der Universität Göttingen sprach zum Thema “Electrochemical Bond Activation”. Weitere Vorträge waren “Chiral Cycopentadienyl Metals – Chemistry, Reactivity & Selectivity” von Professor Nicolai Cramer aus der Schweiz, “Design and applications of sustainable catalytic reactions for organic synthesis” von Professor David Milstein aus Israel, “OMCOS of polymers” von Professorin Kyoko Nozaki, “Break it to make it Strategies for the Synthesis of Complex Natural Products” von Professor Richmond Sarpong aus den USA und “Photoredox Catalyzed Inert Bond Functionalization” von Professor Chengjian Zhu aus China.
Was ist metallorganische Chemie?

Ein Katalysator im Auto hat genau diese Funktion. Es gibt darin Metall-Atome und wenn die Abgase aus Kohlenstoff-Verbindungen eintreten, werden diese im Kontakt verändert und zu sauberen Gasen. Andere Anwendungsgebiete sind die Medizin und andere Technologien. Unter anderem gibt es Medikamente, die auf diese Weise arbeiten. Kontrastmittel für die Magnetresonanztomographie nutzen oft metallorganische Verbindungen, damit Gewebe und Organe besser sichtbar werden. Die OLED-Technologie, die man von Fernsehgeräten und Smartphones kennt, nutzt ebenfalls solche Vorgänge. Weitere Anwendungsgebiete sind die Halbleiterfertigung, Hochleistungskunststoffe sowie PFAS Chemikalien.
Fazit 20. OMCOS-Konferenz

