Nach 2015 haben jetzt die Karlsruhe Science Film Days zum zweiten Mal stattgefunden. Das Festival lief über vier Tage. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf Filmen, die in unterschiedlicher Weise Wissenschaft und Forschung in den Vordergrund stellen. Angestrebt wird die ‘Öffentliche Wissenschaft’, bei der es einen Dialog zwischen der akademischen Forschung und der zivilen Gesellschaft gibt. Eingereicht wurden 65 Filme, die aus 16 verschiedenen Ländern stammen. Eine Expertenjury hat dann über die jeweiligen Gewinner entschieden.
Der Hauptpreis ging in diesem Jahr an den spanischen Kurzfilm “Einstein-Rosen” von der Regisseurin Olga Osorio. Ausgerichtet werden die Film Days vom Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und der Stadt Karlsruhe. Sie fanden im Rahmen des Wissenschaftsfestivals EFFEKTE statt. Die Veranstaltung wurde am Karlsruher Institut für Technologie ausgerichtet. Den Rückblick auf die Film Days gibt es in diesem Artikel.
Die Karlsruhe Science Film Days 2017
Schon vor zwei Jahren hat man diese Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt, die jetzt ein weiteres Mal umgesetzt wurde. Die Karlsruhe Science Film Days fanden vom 29. Juni bis zum 2. Juli 2017 statt und damit im Rahmen des Wissenschaftsfestivals EFFEKTE, das bereits einige Tage zuvor gestartet ist. Bei diesem Festival verwandelt sich die Stadt in ein großes Erlebnisbad. Das diesjährige Motto lautete “Zeitreise Wissenschaft”. Die Film Days legen dagegen konkret den Fokus auf Filme, in denen es um Wissenschaft und Forschung geht. Die Filme können fiktional sein, es können ebenso Essays oder auch Dokumentationen sein. Damit möchte man den Dialog zwischen der zivilen Gesellschaft und der akademischen Forschung stärken.
Es wird ein Hauptpreis verliehen, der in diesem Jahr an Olga Osorio mit ihrem Kurzfilm “Einstein-Rosen” ging. In dem fiktionalen Film geht es um zwei Brüder, die ein Wurmloch entdecken. Mit viel Humor wird diese Geschichte erzählt, die auf einfache Weise das Prinzip der sogenannten Einstein-Rosen-Brücke näherbringt. Der Film erhielt auch den Preis der “Besonderen künstlerischen Leistung”. Daneben gab es lobende Erwähnungen der Jury. “Cyborgs: Human Machines“ von Luisa Wawrzinek wurde zum besten sozialkritischen Film gewählt. “Natura Urbana – the Brachen of Berlin” von Matthew Gandy behandelt Spontanvegetation und wurde für den Wissenschaftlichkeitsanspruch und die Vermittlungsqualität gelobt. “Biene Majas wilde Schwestern” von Jan Haft wurde zum Publikumsliebling der Film Days.
Ausgerichtet wurde das Festival vom Karlsruher Institut für Technologie, dem Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und dem Wissenschaftsfestival Karlsruhe EFFEKTE. Als Partner waren Uni-Kino AFK, das Filmboard Karlsruhe, Wissenschaft im Dialog, die Filmakademie Baden-Württemberg, zkm Karlsruhe, das Goethe Institut, das Science Film Festival, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Synenergene mit an Board.
Das diesjährige Programm
Am Donnerstag wurden die Film Days eröffnet. Zur Begrüßung sprach Prof. Dr. Caroline Y. Robertson von Trotha. Im ersten Filmblock gab es den Eröffnungsfilm “The Berrymakers” (Österreich 2017) von Camillo Meinhart zu sehen, außerdem “Biene Majas wilde Schwestern” und “Einstein-Rosen”. Nach einer kurzen Pause ging es im zweiten Filmblock mit “Atome Sweet Home” und “Cyborgs: Human Machines” weiter. Am nächsten Tag ging es weiter. Gezeigt wurden ab 18 Uhr “Kaiserschnitt – Die Kontroverse”, “Meere und Ozeane”, “Krebs – Eine Biografie. Der Herrscher aller Krankheiten” und “Natura Urbana”. Am letzten Tag gab es die Preisverleihung, außerdem wurde ein weiteres Mal der Gewinnerfilm gezeigt.
Wissenschaftsfestival EFFEKT
Schon zwei Jahre vor den ersten Karlsruhe Science Film Days fand erstmals das Wissenschaftsfestival EFFEKTE statt. 2013 ging es los und seitdem findet es alle zwei Jahre statt, somit zum dritten Mal in diesem Jahr. Das Festival begann bereits am 24. Juni und damit einige Tage vor den Film Days. Die Idee hinter dem Festival ist, dass sich die ganze Stadt in ein großes Mitmachlabor verwandelt.
Die verschiedenen Karlsruher Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen gestalten dafür ein großes Programm, an dem Besucher teilnehmen können. In diesem Jahr gab es mehr als 100 kostenfreie Veranstaltungen, wozu auch interaktive Mitmach-Erlebnisse, Comedy Shows und Wissenschafts-Slams gehören. Mittlerweile gehören auch die Film Days mit der Verleihung des KIT Science Film Awards zum Programm dazu.
Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
Von “Öffentlicher Wissenschaft” spricht man, wenn aktiv der Dialog zwischen der Forschung und der Gesellschaft gesucht wird. International spricht man dabei auch von “Public Science” oder “Science Communication”. Dieser Austausch ist ein fundamental wichtiger Baustein moderner Gesellschaften und muss daher auch gezielt gefördert werden. Die Welt der Wissenschaft ist komplex und enorm reichhaltig. Die Erkenntnisse lassen sich auf viele Felder und sogar den Alltag anwenden. Die meisten Menschen haben aber nur einen geringen Zugang zur Wissenschaft oder der generellen Fähigkeit des wissenschaftlichen Denkens. In einer Welt, in der aber Bauchgefühl und Emotionen nicht die Gradmesser politischer Entscheidungen sein sollten, ist eine wissenschaftliche Grundbildung enorm wichtig.
Themen wie Pandemien, Künstliche Intelligenz oder der Klimawandel können nur verstanden werden, wenn es grundlegendes Wissen darüber gibt, was wissenschaftliches Arbeiten bedeutet und wie Daten eingeordnet werden können. Die Aufgabe der öffentlichen Wissenschaft besteht darin, die komplexen Daten so aufzubereiten, dass sie von allen Bürgern verstanden werden können und sich fundierte Meinungen bilden können. Die Alternative dazu sind Gefühle, Fake News und reiner Populismus. Da Forschung auch durch Steuergelder finanziert wird, ist es auch eine wichtige Bringschuld, transparent über die Arbeit in den Laboren und Universitäten zu berichten. Auch wird so ein wichtiger Beitrag zur Nachwuchsförderung geliefert und allgemein dafür, dass Berührungsängste in Richtung Wissenschaft abgebaut werden können.
Fazit zu den Karlsruhe Science Film Days 2017



